Geschichte

Das Bauzunfthaus war über Jahrhunderte hinweg ein zur mittelalterlichen Stadtbefestigung gehörendes Brunnenhaus mit ehemaligem Wasserturm. Es entstand um 1600. Ein Augsburger „Messinggießer“ namens Georg Wagner soll den von Achdorf herführenden Kanal und das Triebwerk des Brunnenhauses angelegt haben. Das Brunnenhaus pumpte das Wasser auf die Burg Trausnitz. Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts versorgte es zudem die westliche Häuserreihe der Oberen Altstadt und Oberen Länd bis zur Theaterstraße mit Wasser. 1898 kam das Brunnenhaus schließlich in das Eigentum der Stadt Landshut und wurde im 20. Jahrhundert zu Wohnzwecken verwendet. Im Jahr 1978 beschloss der Landshuter Stadtrat unter dem Vorsitz von Josef Deimer auf Initiative des Leiters des städtischen Hochbauamtes Joseph Königseder, das Gebäude zu sanieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Somit richtete man mit viel Sachverstand den alten Stadtmauerturm nach historischem Vorbild wieder her. Den gesamten Dachstuhl sanierten die beteiligten Handwerker nach alter Zimmermannskunst mit handbehauenen Kanthölzern. Seitdem dient das Gebäude zur Vermittlung von alten Handwerken und der Denkmalpflege. Zu diesem Zweck wurden kleine Werkstätten eingerichtet, in denen traditionelle Handwerkstechniken gezeigt und vermittelt werden können. Im Rahmen dessen konstituierte sich am 27. Juni 1983 der Verein Bauzunfthaus e.V.

Das ehemalige Brunnenhaus mit Wasserturm vor Beginn der Sanierung 1979. Foto von Joseph Königseder